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18 Juni 2005
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Fledermausland
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In manchen Nächten, wenn unten im ersten Stock die Luft zum Schneiden dick ist und die Hitze an den Nerven zehrt, zieht es mich hinauf auf die rostige Leiter, hinauf auf den Wassertank. 7 Stockwerke über der Stadt und angenehm windig. Mit dem Schlafsack in der einen und der Wasserflasche in der anderen Hand erreiche ich den Chill-Mandir von Adarsh Nagar. Nach einigen Entspannungsübungen schwebe ich im Lotussitz über den Lichtern der Stadt und habe den Kopf frei, um mich wieder an den schönen Dingen in Hyderabad erfreuen zu können. In dem hektischen Gewühl des Alltags und der verlockenden Bequemlichkeit, die einem diese Stadt durchaus bietet, dringt Vieles oft nicht zu mir durch. Das hole ich in solchen Nächten auf dem Wassertank nach. Ich erinnere ich mich wieder daran, wie angenehm entspannt diese Stadt eigentlich ist, wie ihre neugierigen und sympathischen Einwohner mich immer wieder zum Lachen bringen, Wie der Verkehr auch Mal zum Abenteuer wird und das Feilschen zum Spiel. Dann erinnere ich mich an die Gespräche mit interessanten Menschen aus allen Ecken Indiens. Ich sehe Adarsh Nagar vom Dach, Bollywood im Kino, Chai aus dem Automaten, Dhobi Suresh Socken verschlampen, Ek thola für 600, Fisch-Masala, Goa per Scooter, Hussain Sagar bei Nacht, Incense-Sticks, Jammen am Abend, Kinder auf den Straßen, Lachende Gesichter, Monsun, Naxalites tief bim Wald, Ochsen vor dem Karren, Palak Paneer bei "Curry'z", Qualis von Toyota, Rickshaws zu überhohten Preisen, Sai Baba, Tandoori Chicken zum Abendessen, Utsav Mela am See, verschleierte Frauen, Watchman Narsimum der nur Telugu spricht, X gibts nicht, Yoga auf der Dachterrasse, Ziegen vor der Haustür...
Ich atme tief durch. In der Ferne sehe ich über dem Lichtermeer ein Feuerwerk, Fledermäuse jagen in der Dunkelheit, zwei Straßenköterbanden haben einen Revierkampf unten in den Gassen und auf dem Hausdach nebenan machen es sich die Leute für die Nacht bequem. So wie ich in meinen Schlafsack rolle und mich in dem Sternenhimmel über mir verliere. Vereinzelte Wolken jagen sich über den Nachthimmel, vom Mond in ein fahles, geheimnisvolles Licht getaucht. Das Rauschen des Windes wiegt mich in den Schlaf...

Bis mich gegen 5 Uhr sanft der Ruf des Muezzin weckt. Die Worte "Allahu Akbar" dringen durch die Stille und über die Dächer zu mir herauf - erst aus einer Richtung, aber schon bald aus allen Ecken Hyderabads. Nach einigen feierlichen Minuten verstummen die Rufe. Es ist Zeit, den neuen Tag zu begrüßen. Auf die Sonne wartend, habe ich das Farbenspiel am östlichen Himmel vor Augen. Die erste Auto-Rickshaw des Tages begrüßt den neuen Tag ebenfalls - standesgemäß mit einem Hupen. |
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| posted by Orang-Utan-Alex
@ 16:26
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