| |
26 Juni 2005
|
|
|
TDS -Update
|
| |
Wie ihr vielleicht schon gesehen habt, gibt es jetzt ein Gästebuch und einen Haufen neuer Bilder. Viel Spaß beim Anschauen!
Außerdem wird dieses Blog von nun an teilweise in Englisch geführt. Einige meiner Leser sind des Deutschen nicht mächtig und trotzdem mächtig interessiert... |
| |
| posted by Orang-Utan-Alex
@ 23:36
|
|
| |
18 Juni 2005
|
|
|
Fledermausland
|
| |
In manchen Nächten, wenn unten im ersten Stock die Luft zum Schneiden dick ist und die Hitze an den Nerven zehrt, zieht es mich hinauf auf die rostige Leiter, hinauf auf den Wassertank. 7 Stockwerke über der Stadt und angenehm windig. Mit dem Schlafsack in der einen und der Wasserflasche in der anderen Hand erreiche ich den Chill-Mandir von Adarsh Nagar. Nach einigen Entspannungsübungen schwebe ich im Lotussitz über den Lichtern der Stadt und habe den Kopf frei, um mich wieder an den schönen Dingen in Hyderabad erfreuen zu können. In dem hektischen Gewühl des Alltags und der verlockenden Bequemlichkeit, die einem diese Stadt durchaus bietet, dringt Vieles oft nicht zu mir durch. Das hole ich in solchen Nächten auf dem Wassertank nach. Ich erinnere ich mich wieder daran, wie angenehm entspannt diese Stadt eigentlich ist, wie ihre neugierigen und sympathischen Einwohner mich immer wieder zum Lachen bringen, Wie der Verkehr auch Mal zum Abenteuer wird und das Feilschen zum Spiel. Dann erinnere ich mich an die Gespräche mit interessanten Menschen aus allen Ecken Indiens. Ich sehe Adarsh Nagar vom Dach, Bollywood im Kino, Chai aus dem Automaten, Dhobi Suresh Socken verschlampen, Ek thola für 600, Fisch-Masala, Goa per Scooter, Hussain Sagar bei Nacht, Incense-Sticks, Jammen am Abend, Kinder auf den Straßen, Lachende Gesichter, Monsun, Naxalites tief bim Wald, Ochsen vor dem Karren, Palak Paneer bei "Curry'z", Qualis von Toyota, Rickshaws zu überhohten Preisen, Sai Baba, Tandoori Chicken zum Abendessen, Utsav Mela am See, verschleierte Frauen, Watchman Narsimum der nur Telugu spricht, X gibts nicht, Yoga auf der Dachterrasse, Ziegen vor der Haustür...
Ich atme tief durch. In der Ferne sehe ich über dem Lichtermeer ein Feuerwerk, Fledermäuse jagen in der Dunkelheit, zwei Straßenköterbanden haben einen Revierkampf unten in den Gassen und auf dem Hausdach nebenan machen es sich die Leute für die Nacht bequem. So wie ich in meinen Schlafsack rolle und mich in dem Sternenhimmel über mir verliere. Vereinzelte Wolken jagen sich über den Nachthimmel, vom Mond in ein fahles, geheimnisvolles Licht getaucht. Das Rauschen des Windes wiegt mich in den Schlaf...

Bis mich gegen 5 Uhr sanft der Ruf des Muezzin weckt. Die Worte "Allahu Akbar" dringen durch die Stille und über die Dächer zu mir herauf - erst aus einer Richtung, aber schon bald aus allen Ecken Hyderabads. Nach einigen feierlichen Minuten verstummen die Rufe. Es ist Zeit, den neuen Tag zu begrüßen. Auf die Sonne wartend, habe ich das Farbenspiel am östlichen Himmel vor Augen. Die erste Auto-Rickshaw des Tages begrüßt den neuen Tag ebenfalls - standesgemäß mit einem Hupen. |
| |
| posted by Orang-Utan-Alex
@ 16:26
|
|
| |
13 Juni 2005
|
|
|
Thunderstruck
|
| |
Auf Nachfrage erscheint diese kleine Geschichte nun auch an dieser Stelle:In Hyderabad spuere ich mittlerweile das Ende der Trockenzeit nahen. Es wird kaelter (jetzt nur noch manchmal 35 Grad, brrrrrr) und auch feuchter. Damit wird's zwar keineswegs angenehmer, aber immerhin passiert mal was... Nun ja, so langweilig ist es hier nun auch wieder nicht, als dass der Wechsel zum Monsun die groesste Attraktion waere. Aber ich haette nie im Leben gedacht, dass man sich so ueber Regen freuen kann...
Ich habe gestern Abend etwas gemacht, wovor einen die Eltern und auch Physiklehrer, ja eigentlich jeder mit ein wenig Verstand, immer gewarnt haben: Ich habe auf dem Dach unseres Hauses das herannahende Gewitter empfangen. Ganz oben auf dem Wassertank, 7 Stockwerke ueber Hyd, unter einem atemberaubenden, flackernden Himmel und neben einem Franzosen, der genauso bescheuert ist, wie ich...
Nach den letzten, glutheissen Tagen waren die auffrischenden Windboeen aus noerdlicher Richtung wie eine Erloesung. Dazu das Flackern von fernen Blitzen hinter einem Wolkenvorhang, dann mehr Wind, die ersten kleinen Tropfen, ein Flugzeug, das permanent Schleifen fliegt, auf der anderen Seite des Sees landet, durchstartet, wieder abhebt und jedes Mal in nur 100m Hoehe ueber unsere Koepfe hinwegduest. Mehr Wind, die ersten Blitze zeigen sich in vollen Konturen, kommen naeher, ein Grollen erst, dann Donner und noch mehr Wind. Der Platz auf dem Wassertank ist ideal, um 'geflasht' zu werden, ruft mir Remy ins Ohr, waehrend der Donner von Norden heranrollt und das Flugzeug seine mittlerweile 5. Runde fliegt. Dann Blitze auf voller Breitseite, mehrere Einschlaege in Secunderabad (dem Stadtteil noerdlich des Sees), noch 5 Kilometer zwischen uns und der Gewitterfront. Dann ploetzlich ein Platzregen - die langersehnte Erloesung ist da! In nicht einmal einer Minute sind wir schon klitschnass und frieren uns den Arsch ab. Das Flugzeug fliegt seine 6. Runde ueber uns hinweg und es wird wohl die letzte Trainingseinheit sein, denn das Gewitter hat mittlerweile schon fast den Flughafen erreicht... Dann wieder ein Einschlag. Diesmal sued-westlich des Rajiv Gandhi Airports, ungefaehr da, wo das Satyam City Center steht, mein Arbeitsplatz... Und ein paar Lichter auf der anderen Seite des Sees erloeschen. Remy zaehlt die Sekunden zwischen Blitz und Donner und kommt zu dem Schluss, dass der uebernaechste Blitz schon in den Birla-Tempel, 300m von uns entfernt und ein wenig hoeher gelegen, einschlagen koennte. Der Folgende wuerde dann mit Sicherheit uns grillen und damit war der fluchtartige Abstieg beschlossene Sache. Auf der Leiter hatten wir jedoch einige Probleme angesichts des Sturms, so dass die Zigaretten und diverses anderes Zeug jetzt in Nachbars Garten liegen (oder sogar 2-3 Gaerten weiter). Als ich die Haelfte der Leiter erreicht hatte, konnte ich ein komisches Kribbeln auf der Haut spueren und ich wusste, jetzt wird etwas ganz Grosses kommen. Der Einschlag des Blitzes hat mich dann von der Leiter gerissen und quer ueber die ganze Dachterrasse geschleudert. Als Remy und ich unser Bewusstsein wiedererlangt hatten, trat eine blauhaeutige Gestalt mit 4 Armen aus dem Rauch heraus - Krishna!
Auf seiner Floete hat er 'Thunderstruck' von AC/DC gespielt und dabei so komisch gegrinst, wie es sonst nur Martin, mein Stubenmithaeftling macht. Er kam auf mich zu und schuettelt mich mit der unteren Haelfte seiner Arme bis ich wieder den Deckenventilator sehe... Komisch, Krishna ist jetzt weiss statt blau und traegt Boxershorts, hat blondes Haar und hat nur noch halb so viele Arme wie zuvor... |
| |
| posted by Orang-Utan-Alex
@ 22:54
|
|
| |
|
|
|
Saturday Night Fever
|
| |
Heute Morgen um 10 hat mich Martin aufgeweckt und gefragt, ob ich nicht zur Arbeit gehen will. Ich hab mich dann noch mal umgedreht und weiter von Tigern getraeumt, die ich auf dem Ruecken eines Elefanten durch den bengalischen Dschungel jage - natuerlich nur um Fotos zu schiessen (bin ja ein Tigerfreund)...
Als ich dann um 11:30 im meinem Cubicle sass und wieder ein Freund der IT-Services sein musste, habe ich das vergangene Wochenende noch einmal Revue passieren lassen.
Freitag Abend stand das 'Fusion 9' auf dem Plan. Ein stilvoller Jazz-Club mit echt gutem Essen und ausgezeichneter Musik. Viele internationale Gaeste und ein Haufen verdammt huebscher Frauen. Der schoenste Platz ist immer anner Theke haben Martin und ich uns gedacht und ausserdem hat man da den besten Platz, um die Band zu sehen... Die zwei Typen links neben mir kannte ich irgendwoher. Das waren die zwei Hollaender, die ein komisches Uni-Projekt in Hyd am Laufen haben. Die restlichen Hollaender sind oben und tanzen zu Bhangra und Bollywood-Musik, haben die beiden verraten. Was? Noch mehr Kaaskoeppe?
Als wir den oberen Raum betreten haben, konnten wir total besoffene Frau Antjes auf dem Tresen tanzen sehen und... Na gut, wir lassen das hier lieber mal. Es war alles in allem eine lange Nacht, das heisst, wir waren gegen 2:30 wieder zu Hause und haben uns in die bald schweissnassen Betten geworfen.
Nacho, Ich, Saif und Rodrigo bei einer Flasche Rum Der naechste Abend sollte noch absurder werden. Wir sind alle auf einer Celebrity-Party in Jubilee Hills, dem Beverly Hills von Hyd eingeladen gewesen. Im Vorgarten einer fetten Villa, mit Buffet, Compact-DJ, freien Drinks, Service, und noch huebscheren Frauen als am Vorabend.
Der Bartender hat mich gleich wiedererkannt. Das war der Flaschenjongleur aus dem Fusion9 vom letzten Abend. Auch der DJ kam mir bekannt vor. Jedenfalls hat er mich sehr freundlich mit Handschlag begruesst. Vielleicht sind wir uns schon mal ueber den Weg gelaufen. Wie gesagt, Hyd ist echt klein geworden. Ein paar von uns haben es dann natuerlich uebertrieben und mussten erstmal einen drehen, um dann anschliessend jeden Raum der Villa zu inspizieren. Ich hab nur gesehen, dass auf einmal der Bulgaren-Alex vom Security-Kerl aus der Tuer rausgeschoben wurde...
Wie auf solchen Promi-Parties ueblich, passiert nichts, ausser dass viel ueber nix geschnackt wird. Hier und da ein Filmstar, eine Miss Andhra Pradesh vielleicht, bestimmt der ein oder andere Gangster (eigentlich sind fast alle Gangster). Lauter 'tolle' Leute und dazwischen dieser verrueckte Haufen von Auslaendern, der mittlerweile schon zum Stadtgespraech geworden ist - in gewissen Stadtmagazinen, TV-Shows und der 'Times of India'. Einige aus unseren Reihen sind mit dem geschenkten Ruhm richtig umgegangen und haben es auf die Rockstar-Tour gemacht...
Als wir gehen wollten, wurde ich freundlich von einem der Veranstalter darauf hingewiesen, dass wir doch etwas vergessen haetten. Ich bin ihm dann gefolgt und habe unseren kleinen franzoesischen Rockstar zwischen Theke, DJ und Hauswand auf dem Boden liegen sehen - voellig bewusstlos, selbst nach mehreren Schlaegen ins Gesicht! Eine Wasserflasche war zum Glueck leicht zu finden und mit ihr, bzw. dem Inhalt konnte ich Remy Vicious wieder auf die Beine bekommen.
Ich muss mir mal in dieser Woche das neue Stadtmagazin holen. Es ist bestimmt wie zu Hause - Interessant sind nur die Fotos... |
| |
| posted by Orang-Utan-Alex
@ 13:10
|
|
| |
08 Juni 2005
|
|
|
Das Biotop "Grossraumbuero"
|
| |
Der Lebensraum "Grossraumbuero" (im Folgenden "GRB" genannt) unterscheidet sich in vielerlei Hinsicht von anderen uns bekannten Biotopen. Auf den ersten Blick ist bereits festzustellen, dass es sich hierbei um eine kuenstliche, von Menschenhand geschaffene Umwelt handelt. Auch faellt bereits bei einer oberflaechlichen Betrachtung das rechtwinklige Muster der Parzellierung auf, das das GRB in nahezu identische Teilbereiche gliedert und eine hoehere Populationsdichte ermoeglicht. Dieses Prinzip sichert aber auch jedem Bewohner ein Mindestmass an Bewegungsfreiheit und Lufthoheit zu. Zur Wahrung einer ebenso nur im Mindestmass vorhandenen Privatsphaere besitzen die Parzellen (auch Cubicle genannt) einen kleinen Sichtschutz, der im Normalfall nur bis kurz ueber Augenhoehe reicht und somit den Bewohner des GRB vor allzu ueberraschenden Kontakten mit dem Alphatier der Gruppe bewahrt. Die klimatischen Verhaeltnisse des GRB sind ebenso bemerkenswert wenn nicht gar einzigartig. Dieser Lebensraum kennt keine Jahreszeiten. Das Klima wird durch eine sog. Klimaanlage kontrolliert, die die Temperatur auf einem konstanten Mass von 22 Grad Celsius haelt.
Sehr wohl kennt das GRB jedoch Tageszeiten. In den verschiedenen Phasen des Werktages besitzt das GRB einen jeweils eigenen Charakter, der sich vor allem in der Populationsdichte und den damit verbundenen Emissionen (Laermpegel, Entgasungen, Druckquote) niederschlaegt. Die folgende Auflistung stellt die entsprechenden Zeitraeume dar:0700-0900: Population: 10 In der GRB-Daemmerungsphase sind vor allem die Spezies der Reinigungsfachkraefte und Floor Attendees aktiv. Sie stehen am Anfang der Nahrungskette. 0900-1300: Population: bis 100 Gegen Ende der fruehen Hauptphase der Aktivitaet erreicht die Population das Maximum. In dieser Phase bevoelkern von allem die Spezies der Executives, Manager, Seniors und VicePresidents den Lebensraum. Diese sind in der genannten Reihenfolge auch in der Nahrungskette anzutreffen, wobei der VicePresident bzw. der Assistant VicePresident das Ende der selben darstellen.
1300-1430: Population: 30 Der Populationsrueckgang kann durch die Nahrungssuche in anderen Biotopen, wie beispielsweise der Kantine, erklaert werden. Genauere Beobachtungen zu diesem Sachverhalt muessen jedoch noch unternommen werden, um ein abschliessendes Urteil hinsichtlich der Nahrungsvorkommen bilden zu koennen.
1430-1900: Pop. 100 In dieser spaeten Hauptphase achten die Bewohner des GRB vor allem auf die Durchfuehrung der ihnen zugeteilten Aufgaben und Taetigkeiten. Gegen Ende der spaeten Hauptphase verlassen bereits einige Bewohner das Biotop und beenden die temporaere Symbiose mit der am zweithaeuftigsten Spezies, der Windows-Dose.
1900-2100: Pop 50 Diese Schlussphase ist von einem niedrigen Emissionspegel gekennzeichnet. Akustische und olfaktorische Emissionen sind selbst fuer die Zahl an verbleibenden Bewohnern noch als relativ niedrig einzustufen. Dies mag mit nachlassendem Komunikationsbedarf und dem Fortschritt der mittleren Verdauungstaetigkeit zusammenhaengen, ist jedoch bisher nicht stichhaltig belegt worden. Gegen Ende der Schlussphase sind nur noch vereinzelte Exemplare der verschiedenen, tagaktiven Spezies anzutreffen.
Das GRB bietet dem aufmerksamen Beobachter eine Fuelle von interessanten, bisweilen auch skurrilen, Situationen. Die verschiedenen Spezies mit den ihnen eigenen Verhaltensmustern sind hierfuer der ausschlaggebende Faktor.
Wer bewohnt das GRB? Diese Frage scheint, oberflaechlich betrachtet, leicht zu beantworten, stellt jedoch selbst im Feld erfahrene Experten vor einige tief greifende Probleme, die aber Gegenstand einer zukuenftigen Untersuchung sein werden. Im Augenblick wollen wir uns vorerst mit einem ersten Versuch der Klassifizierung und Beschreibung der heimischen Arten begnügen: - Der Hacker
- Der Popler
- Das Stinktier
- Das Erdmaennchen
- Der Beisser
Der Hacker faellt im Alltag durch intensive Kommunikation mit seinem Symbionten, dem Desktop-PC auf. Diese Kommunikation dient dem Hacker aber nicht nur des Informationstransfers, sondern vor allem des Aggressionsabbaus. Durch intensives, kraftvolles Anschlagen der Tasten verursacht der Hacker die staerksten Emissionen im nonverbalen Bereich. Der Popler ist eine weit verbreitete und friedfertige Spezies. Er geht gedankenverloren seinem Tagewerk nach und fuehlt sich in der Regel unbeobachtet, wobei er stetig die Nasenschleimhaeute von diversen festsitzenden Partikeln, im Volksmund auch Popel genannt, befreit. Dies erfordert hoechste Konzentration bei gleichzeiter vollkommener Entspannung. Ein Zustand, der nicht leicht zu erreichen ist, weshalb der erfahrene Popler zu den am meisten respektierten Individuen im Biotop des GRB zaehlt.
Das Stinktier hingegen ist der am wenigsten geschaetzte Bewohner des GRBs. Es wird von den anderen Spezies so weit wie moeglich gemieden, da es schlicht und einfach die verdammte Luft verpestet!!! Gluecklicherweise ist die Luftzirkulation innerhalb des Biotops durch die Klimaanlage gewaehrleistet, so dass eine kontaminierte Stinktierzone recht bald nach Verlassen des Stinktiers wieder nutzbar ist.
Das Erdmaennchen ist neugierig und hat ausserdem nicht viel zu tun, weshalb es genug Zeit findet, seinen Hals zu strecken, ueber die Sichtblenden seines cubicles zu schauen und den Blick ueber ein Meer aus Frisuren, Glatzen und Halbglatzen schweifen zu lassen. Jede der anderen Spezies schaetzt sich gluecklich, ein Erdmaennchen in seiner Naehe zu haben. Es warnt vor dem Herannahen des Alphatiers mit einem kurzen, scharfen Pfiff und zieht sich anschliessend wieder in den Cubicle zurueck um mit dem Symbionten eine Scheinbeziehung einzugehen, die einzig und allein den Zweck erfuellt, das Alphatier in die Irre zu fuehren.

 Samuel - ein Erdmaennchen
Der Beisser schliesslich ist rein oberflaechlich betrachtet dem Popler sehr aehnlich. Aber der Schein truegt. Der Popler ist ein entspannter Zeitgenosse, der seiner Lieblingsbeschaeftigung mit einer gewissen Ruhe nachkommen muss, um sich nicht selbst zu verletzen, wohingegen der Beisser in der Regel ein sehr hektischer und angespannter Biotopbewohner ist. Zu erkennen ist er sehr einfach an den meist unaesthetisch gekuerzten Krallen. Da der Beisser im GRB keine natuerliche Gelegenheit mehr findet, seine Krallen zu wetzen (an Moebeln, Wetzsteinen, oder an Beute), ist er der Unsitte des Krallenkauens verfallen. Er ist nicht so beliebt wie der Popler, was eventuell mit dem Produkt seiner Taetigkeit zusammmenhaengen koennte. Es liegt nahe, dass der Beisser weniger soziale Anerkennung geniesst, weil die abgeknabberten Krallen auf dem GRB-Teppich eher ins Auge stechen als die farblich besser angepassten Kruemel des Poplers. Diese Hypothese konnte jedoch bislang nicht durch signifikante Ergebnisse gestuetzt werden, was auf Schwierigkeiten beim Experiment-Design zurueckzufuehren ist. Ein Hawthorne-Effekt konnte zwar durch einen modifizierten Versuchsaufbau eliminiert werden, jedoch ist die Objektivitaet der Ergebnisse durch die Auswahl der Beobachter stark eingeschraenkt...
|
| |
| posted by Orang-Utan-Alex
@ 18:00
|
|
| |
07 Juni 2005
|
|
|
Just another post
|
| |
Nach einer Party am anderen Ende der Stadt bin ich Samstag Nacht mit ner Flasche in der Hand auf Rickshaw-Suche gegangen... 2 Polizisten auf einem Motorrad haben mich jedoch schon abgefangen bevor ich fuendig wurde und wollten mich mit auf die Wache nehmen. Bier in der Oeffentlichkeit ist in Hyd nun mal verboten! ("This is offence, come to station!") Auch nachts, wenn's keiner sieht. Diesmal musste ich aber niemanden schmieren. Ich hab die Flasche einfach ausgekippt und in eine Tonne geworfen. Danach hab ich mich mit den Worten "Malum nahin, jarman hai!" verzogen. Sie haben dann noch was gerufen. Das hat mich aber nicht interessiert...
Dem durchschnittlichen Strassenpolizisten wird hier ohnehin nicht besonders viel Respekt entgegengebracht. Es ist oefters zu beobachten, dass rote Ampeln, vor allem von Motorradfahrern, einfach nicht ernst genommen werden. Dann sieht man Polizisten auf das entsprechende Zweirad zurennen um irgendwelche lebensmueden Massnahmen zu ergreifen. Nicht unueblich ist dabei die Reaktion des Motorradfahrers bzw. seines Beifahrers: Cop-Bashing! Einfach dem Cop im Vorbeifahren mit der flachen Hand eins auf den Helm geben, so dass dieser wegfliegt. Der Gesetzeshueter muss daraufhin naemlich seine Richtung aendern und dem Helm folgen, der quer ueber die Kreuzung kullert. Manchmal sieht man auch einen Polizisten, der es schafft, Hand an das fluechtige Motorrad zu legen und dann von diesem einfach mitgeschliffen wird. Es herrscht Krieg auf den Strassen - und der Staerkere gewinnt.
Am staerksten sind natuerlich Busse und Trucks. Mit Hupen, die an Nebelhoerner oder Schiffe erinnern, bahnen sie sich ihren Weg durch das Getuemmel, fahren hier und da jemandem ueber den Fuss oder ans Blech und lassen sich natuerlich keinesfalls von Polizisten stoppen. In Hyderabad sind die Leute allerdings ziemlich ruhig, so dass Ausfaelle, wie sie im Maerz in Bangalore vorgefallen sind, einfach nicht stattfinden. Damals hat ein Busfahrer sich geweigert, einen Strafzettel fuer das Ueberfahren eines roten Signals zu zahlen, worauf zuerst der Cop Verstaerkung rief und dann der Busfahrer. Nachdem beide Seiten aufgeruestet hatten und die Kreuzung mit Bussen vollgestellt und gesperrt war, kam die dritte Partei ins Spiel: Tausende von Pendlern, die zu spaet zur Arbeit kamen und deren Laune am ueberkochen war. Am Ende mussten Raeumpanzer und Traenengas eingesetzt werden. Ich glaube, es gab einen Haufen Verletzter und mehrere brennende Autos...
Aber hier in Hyd sind die Menschen viel entspannter - so entspannt, dass ein Zeitpunkt einem Zeitraum gleichzusetzen ist - wie in dem folgenden Fall.
Ein 'Kundenberater' von 'BeamCable', einem lokalen ISP hat mich am Samstag endlich aufgesucht. Erst hat er mich 3 Tage ohne Entschuldigung warten lassen und dann wollte er mich auch noch bei den Installationsgebuehren uebers Ohr hauen. Ich habe ihm gesagt, dass bereits 3 meiner Mitbewohner ueber einen Anschluss verfuegen und ich daher weiss, dass es 500 Rs und nicht 1100 Rs sind. Er schuettelt verstaendnisvoll den Kopf und macht mir ein neues Angebot: 700 Rs... Es hat noch ein wenig gedauert, bis ich beim richtigen Preis angekommen bin. Jetzt warte ich auf die Techniker, die mir das Kabel reinlegen. Das wird wahrscheinlich wieder mindestens 3 Tage dauern. Das Problem ist, dass der 'Kundenberater' auch telefonisch nicht zu erreichen ist, genausowenig wie die Paniwallahs, die uns eigentlich mit Wasser versorgen sollen. Stattdessen lassen sie uns verdursten, kommen am Donnerstag, wenn Montag vereinbart war und habe nicht das geringste Problem damit. Wir vermuten, dass 18 Flaschen auf einmal zwar ein guter Deal, aber auch verdammt viel Arbeit sind...
Und deshalb spielen wir hier alle unser Lieblingsspiel: Warten!
Ich habe Samstag Nacht uebrigens noch ne Rickshaw gefunden. Nachdem der Fahrer mich von Habsiguda nach Adarshnagar gebracht hatte, praesentierte er mir stolz sein Nummernschild - 0911 (!) - allerdings nicht, ohne mich vorher zu fragen ob ich ein Ami bin, jedenfalls eine Prise Respekt ist vorhanden... |
| |
| posted by Orang-Utan-Alex
@ 14:26
|
|
|
|
At 27 Juni, 2005 17:15,
Anonym said…
Hey there Freak!!!
Miss al the fuckin screams...
Take3_care dude!!!
Leo_69
At 27 Juni, 2005 17:49,
Anonym said…
Yeah, the appartment is no longer a jungle. Now it's a desert...