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20 Mai 2005

 
Algenpest und Bueffelmilch
 
In der Mitte von Hyderabad gibt es einen See. Er heisst 'Hussain Sagar' (Hussain-See) und hat einen Durchmesser von ungefaehr 1,3 km und eine mittlere Tiefe von 5 Metern. Ueber den Daumen gepeilt macht das ein Wasservolumen von ca. 8,8 Mio. Kubikmetern. Das heisst, dass pro Einwohner im Einzugsbereich (ca. 4Mio.) 2 Kubikmeter Wasser zur Verfuegung stehen. Damit meine ich natuerlich nicht Trinkwasser sondern Abwasser. Also 2 Kubikmeter, die den Dreck von einer Person aufnehmen muessen.



Da dieser See keinen Abfluss hat und die Schadstoffkonzentration durch den permanenten Zufluss von Faekalien, Chemikalien und allerlei anderen -alien sowie durch die enorme Verdunstung permanent zunimmt, ist es nicht verwunderlich, dass der 'Hussain Sagar' offiziell fuer tot erklaert wurde - schon vor mehreren Jahren uebrigens. Von diesem Zustand zeugt auch die unnatuerlich gruene Gewaesserfarbe und der widerliche Gestank, der bei unguenstigen Windverhaeltnissen ganze Stadtviertel ueberdeckt.


Trotzdem ist dieser See fuer viele Hyderabadis ein wesentlicher Bestandteil ihres taeglichen Lebens. Sie baden darin, waschen ihre Kleidung und fuehren ihre Rinder zum Saufen hinein. Nachdem diese Rinder gesoffen habe, werden sie wieder ueber die Necklace Road durch den Berufsverkehr zurueck in den Stall auf der anderen Strassenseite gefuehrt - in die 'Jayanthi Dairy Farm for Buffalo Milk', die direkt an jener Hauptverkehrsstrasse liegt.



Wenn ich dann darueber nachdenke, dass einer meiner Mitbewohner aus gesundheitlichen Gruenden auf Bueffelmilch umgestiegen ist, wird mir ganz schlecht...

 

posted by Orang-Utan-Alex @ 15:40

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Alltagsabsurditäten und Gedankenspiele eines Trainees in Hyderabad (AP), Indien

 

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