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01 April 2005
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Hyderabadi Rush
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Ich lebe jetzt schon 5 wochen in dieser Stadt und langsam wird es Zeit, dass ich meine Eindruecke mal zu Papier bzw. ins Web bringe. Ich habe hier meine Hoehen und Tiefen gehabt. Ich habe Hyderabad lieben und verfluchen gelernt. Genauso wie die Menschen hier... Eins vorweg: Hyderabad ist fuer Indien genauso wenig repraesentativ, wie es Hannover fuer Europa waere - aber es ist ein Teil davon. Und zwar ein verdammt lauter und angstrengender Teil - die Stadt mit dem heftigsten Verkehr auf dem Subkontinent.

Jeden Morgen, wenn ich zur Arbeit fahre, bietet sich mir das gleiche Bild: Massen von Menschen auf Scootern und Motorraedern, in Bussen und Autos. Ueberall wuseln diese kleinen, dreiraedrigen Autorickshaws. Alle gleich und doch verschieden. Auf jedem dieser Autos steht hinten in verschnoerkelter Schrift "Please sound Horn!" und "Stop! OK" geschrieben. Auf jedem zweiten Steht "Rahul is the best!" Rahul ist bestimmt irgendein Cricketspieler - oder der Autohaendler. Aber wer weiss das schon? Wahrscheinlich interessiert es noch nicht mal irgendwen - ausser mir...  Wenn die Inder nicht ihre Vehikel bemalen, sondern damit fahren, so tun sie dies nicht, ohne alle anderen von ihrer Anwesenheit in Kenntnis zu setzen - wozu leider die Hupe genutzt wird... Ich versuche diesem Rush-Hour-Laerm zu entfliehen, indem ich meinen Blick in die Ferne schweifen lasse. Von der Hochstrasse aus kann ich dann ueber ein Meer aus Haeusern, Geruesten, Wellblechhuetten, Satellitenschuesseln, Palmen, Wassertuermen, Werbetafeln und Antennen blicken, das sich in der staubigen Ferne irgendwo am Horizont verliert.

Dieses Szenario ist aber auch jeden Morgen etwas verschieden. So fahre ich niemals mit dem selben Auto und in dem staubigen Meer laesst sich imer etwas Neues entdecken. Mal sind es verstuemmelte Bettler oder von Trucks ueberrollte Scooter. Oder ich sehe kleine Kinder, die Jasminblueten verkaufen. Dann gibt es Baustellen, an denen niemand arbeitet - hoechstens ein paar alte Frauen. Ab und zu ziehen auch mal demonstrierende Maoisten ueber die Necklace Road. Von massivem Polizeiaufgebot begleitet...
Am Ende dieser kleinen Reise durch das Getuemmel wartet dann aber der immer freundliche Wachmann, der mir nach kurzer Pruefung des Ausweises die Tuer zu einer vollklimatisierten Technik-Oase oeffnet, in der ich fast vergesse mitten in Indien zu sein... |
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| posted by Orang-Utan-Alex
@ 13:43
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