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12 November 2005
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Rückmeldung
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Da bin ich wieder!
Ganz entgegen der Stille in diesem Blog, hat der Oktober in Cyberabad durchaus statt gefunden. Es war ehrlich gesagt einer der bisher schönsten Monate von allen - und nicht nur wegen des Klimas...
Ich habe viel gefeiert in den letzten Wochen - die vielen Anlässe haben mich aber auch dazu gezwungen. Ich hatte Gelegenheit, lang auszuschlafen (jedenfalls in der letzten Woche), habe viel FarCry gedaddelt (meist bis um 7 Uhr morgens), mit Khaled, Asad, Adnan und den Jungs abgehangen, dadurch einiges über das Leben als Student in Hyd erfahren und viel über gutes Kebab. Anfangs habe ich noch in der Cinnabar oder in der Level Lounge aufgelegt, was aber irgendwann zu stressig war, denn mein neuer Job ist mit sehr viel weniger Freizeit verbunden und so brachten die Wochenenden ausser den sonntäglichen Hangover Soccer Matches nicht viel Aufregendes mit sich...
Die erste Novemberwoche allerdings war umso entspannter. Dank der Feste Diwali und Eid waren so viele freie Tage auf einem Haufen, dass das in meiner Firma eine ganze Woche eigentlich niemand anzutreffen war. Und auch meisten anderen Mitbewohner meiner 3-Appartment-WG haben sich angesichts der guten Gelegenheit erstmal zu fernen Reisen aus dem Staub gemacht. Also habe ich mir ein paar schöne Tage im 'winterlichen' Hyderabad gegönnt und die Abwesenheit der Anderen zu einer ausgiebigen Kur genutzt.
 Auch andere haben es sich gut gehen lassen
Zum ersten Mal seit langem hatte ich die Chance, diese Stadt mit einer Ruhe und Gelassenheit zu betrachten, die bei der alltäglichen Arbeit und dem allabendlichen Verkehrsstau einfach nicht drin ist. Wenn ich um 8 Uhr morgens halb schlafend und am pakistanischen Beutepanzer wartend, die Schulkinder und die Rikschafahrer glotzen sehe, dann ist das genauso unlustig wie der folgende einständige Ritt mit dem Bus. Da ich, mit etwas Glück, immer nur noch einen Platz in der letzten Reihe ergattere, wirken sich die 'Strassenunebenheiten' auf meine Balance nämlich immer besonders ungünstig aus. Dann komme ich durchgeschüttelt und angenervt in eine Oase mit englischem Rasen, Springbrunnen, Golfplatz, Swimming-Pool, Tenniscourt und Mini-Zoo (aber echt beschissenem Kantinenfraß) und bin bis zum nächsten Busritt 10 Stunden später damit beschäftigt, meinen Tatendrang und meine Ideen der sozio-kulturellen Infrastruktur zu opfern. Jedenfalls werde ich während der Arbeit wenigstens nicht gestresst. Hier läuft schließlich alles etwas langsamer ab und so kann ich mich des öftern mal mit Samuel und Christian, meinen beiden spanischsprachigen Kollegen aus dem Staub machen. Um die Pausen auf die Länge eines Golfspiels auszudehnen, haben wir aber noch nicht die cojones.
 Die Drei von der Funkstelle
Abends, zurück in Adarsh Heights, geht dann auch wieder alles seinen gewohnten Gang. Essen ordern, duschen, ein Bier öffnen, den Jungen vom Bringdienst geduldig nach nicht vorhandenem Wechselgeld suchen lassen, den Fraß reinstopfen, die Finger vom Fett befreien und das Bier austrinken. Dann eine Partie Schach mit Revanche und anschließender gruppentherapeutischer Sitzung. Der Abend klingt dann mit ein paar Seiten aus einem guten Buch aus und dann freu ich mich auch schon wieder auf das Gepiepse meines Handies am nächsten Morgen.
Vor diesem Hintergrund war die freie Woche Angfang November ein Geschenk. Die Diwali-Feierlichkeiten haben die Woche eingeläutet und ich habe mich erstmal massiv mit Böllern eingedeckt. 1 Kilo Hydrogen Bombs gabs für umgerechnet 3 Euro. Da blieb es natürlich nicht bei einem Kilo... Die Dinger sind so laut, dass die in Deutschland bestimmt nicht zugelassen sind. Vor allem die Deluxe-Version, die im Aussehen durchaus einem heimischen Knallfrosch nahe kommt, ist eher ein Durchbrechen der Schallmauer...

Und wir hatten auch seit langem wieder mal Stress mit der Polizei. Zuerst haben wir uns bei einer regulären Strassenkntrolle einfach davon machen müssen, weil Saif seine Papiere nicht dabei hatte. Wenn man keinen Bock auf 4 Stunden Polizeiwache hat, dann gibt man dem Kerl in den Khakihosen einfach nen Klaps auf die Finger, wenn er nach dem Schlüssel vom Motorrad grabscht und gibt Gas, ein häufig anzutreffende Lösung. Allerdings im dichten Verkehr mit der Gewissheit untertauchend, dass wir so ziemlich die zwei auffälligsten Gestalten auf einem Motorrad in Hyd waren...
Das zweite Mal haben wir Deepindras Geburtstag gefeiert. Als wir aus dem Restaurant raus sind, haben wir beschlossen, meine letzten Knaller zu verbraten. Beim dritten Knall waren die Jungs mit Ihren Knüppeln da und wollten irgendwie ein paar Rupies dazu verdienen. Es gab also logischerweise ein wenig Diskussionsbedarf. Dieser war jedoch vorbei, als aus einem vorbeifahrenden Jeep ein Böller auf die Bullen geworfen wurde. Wir sind dann einfach los gezogen. In der Rickshaw wurden wir dann noch einmal angehalten - von zwei Constables, die allerdings nach irgendwas anderem als ein paar Spinnern mit Böllern in der Hand gesucht haben...

 Gefeiert wurde wieder mal in der Cinnabar...
 ... und die hier waren auch dabei
Dann war aber auch mal Ruhe. Schliesslich hat sich ganz Trainee-Hyderabad verzogen und war am Reisen. Ich hatte also genügend Zeit um mal wieder nachzudenken. Auch wenn ich die Hälfte dieser Zeit in Asad's LAN-Cafe verbracht habe... Aber es war einfach zu schön, wie mir ständig die Flüche auf Hindi entgegen geschleudert wurden, wenn ich als Baba Sikander mal wieder allen gezeigt habe, wer ihr Meister ist... |
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| posted by Orang-Utan-Alex
@ 21:25
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